Aus den Mary Baker Eddy Papers: „Um die ‚Wahrheit‘ zu beweisen, die Sie uns gelehrt haben“

Viele der frühen Schüler*innen Mary Baker Eddys sind für ihre lange Laufbahn als Heiler*innen und Lehrer*innen der Christlichen Wissenschaft bekannt. Doch sie alle mussten irgendwann einmal anfangen. Wir haben uns die ersten Briefe einiger dieser Schüler*innen vorgenommen und untersucht, was sie über ihre ersten Bemühungen aussagen, in den Anfangsjahren der Bewegung der Christlichen Wissenschaft öffentlich das zu praktizieren, was Eddy lehrte.

Eine solche Schülerin war Laura Sargent. Sie hatte ihren ersten Unterricht bei Eddy im Jahr 1884, als diese eine Klasse in Chicago unterrichtete. Nachdem sie an ihren Wohnort in Oconto, Wisconsin zurückgekehrt war, schickte sie Eddy ihren ersten Brief und beschrieb ihre erste erfolgreiche Heilung – von einer langjährigen Knöchelverletzung ihrer Mutter.


Ausgabetitel: Laura E. Sargent an Mary Baker Eddy, 25. August 1884

Verfasser: Laura E. Sargent*
Empfänger: Mary Baker Eddy
Datum: 25. August 1884
Dokument: 236.38.001
Manuskriptbeschreibung: Handgeschrieben von Laura E. Sargent auf liniertem Papier aus Oconto, Wisconsin.

Oconto 25. Aug. 1884

Meine liebe Lehrerin

Es ist noch nicht lange her, seit wir uns verabschiedet haben und ich nach Hause zurückgekehrt bin, um die „Wahrheit“ zu beweisen, die Sie uns gelehrt haben, und wenn ich an das Gute denke, das in diesen drei Monaten bewerkstelligt wurde, reichen Worte nicht aus, um meine Liebe und Dankbarkeit Ihnen gegenüber für diese göttliche Wissenschaft in [sic] in der Tat den gesegneten Tröster, der uns in alle Wahrheit leitet1, auszudrücken. Ich hatte Ihnen erzählt, dass meine liebe Mutter meine erste Patientin sein würde. Sie ist vor neun Jahren gefallen und hat sich den Knöchel zertrümmert, und der Dr. sagte, dass er nie wieder heil sein würde. Ich war keine zwei Wochen zu Hause, als sie hörte, wie der Knochen an seinen Platz zurücksprang, und sie hat seitdem keine Probleme mehr damit und kann so gut gehen wie jeder andere. Alle in unserer Familie haben Vertrauen in die Wissenschaft, außer meinem Mann, und er glaubt nicht einmal um der Werke selbst willen2. Ich sage nicht viel zu ihm[.] Ich habe festgestellt, dass das der beste Weg ist. Ich habe mir seit meiner Rückkehr oft gewünscht, dass ich Ihnen hinsichtlich bestimmter Pflichten ein paar Fragen gestellt hätte. Ich habe den tiefen Wunsch, treu und würdig zu sein, um ein Jünger Christi genannt zu werden. Ich hoffe, eines Tages nach Boston zu fahren[,] wenn meine Schwester** und Mrs. Pendleton*** fahren, hoffe ich, sie begleiten zu können. Beide haben mich gebeten, Sie zu fragen, wann Ihre nächste Klasse stattfindet[.] Sie würden gern daran teilnehmen, aber sicher werden die Ausgaben für die Reise und die Teilnahmegebühr sehr hoch sein[.] Sie würden gern wissen, ob Sie vielleicht einen Nachlass geben könnten[,] ich weiß, dass sie der Sache3 dienlich sein werden. Ich denke so oft an Sie, liebe Lehrerin, und immer mit Liebe und solchem Verlangen, Sie zu sehen und sprechen zu hören. Mrs. Milledge**** und Miss Beyer***** lassen Sie sehr herzlich grüßen, und wir alle hoffen, bald von Ihnen zu hören. Möge Gott Sie segnen, meine liebe liebe Lehrerin, und Ihnen helfen, hier in diesem Traum einige der Reichtümer und die Fülle der Liebe durch die Treue Ihrer Schüler zu spüren.

In Liebe Ihre

Laura E. Sargent


Hinweis: Um der Klarheit willen wurden geringfügige Korrekturen der Rechtschreibung und Einfügungen ohne Kommentar vorgenommen; Streichungen sind durchgestrichen angezeigt, bestimmte Fehler wurden durch [sic] gekennzeichnet und fehlende Satzzeichen in eckigen Klammern eingefügt. Das Original des eingescannten Briefes können Sie hier einsehen. Die englische Originalabschrift lässt sich in zweierlei Form anzeigen – in der ursprünglichen und in der endgültigen mit den vorgenommenen Änderungen.

*Laura Sargent

Laura Sargent (1857–1915). Sie und ihre Schwester, die Christliche Wissenschaftlerin Victoria H. Sargent, heirateten Brüder, sodass sie beide denselben Ehenamen trugen. Laura Sargent hatte ihren ersten Unterricht bei Mary Baker Eddy in der Klasse über die Christliche Wissenschaft, die Eddy 1884 in Chicago unterrichtete. Sie nahm weiteren Elementarunterricht bei Eddy im Dezember desselben Jahres sowie in den Jahren 1886 und 1887. Sargent schloss sich 1890 Eddys Haushalt an und arbeitete in den folgenden zwanzig Jahren, teilweise über Monate oder Jahre hinweg, für sie. Auf Wunsch von Eddy kümmerte sie sich von 1895 bis 1899 um „Mutters Zimmer“ in der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, in Boston. Von 1903 bis 1910 wohnte sie kontinuierlich mit in Eddys Wohnhäusern in Pleasant View und in Chestnut Hill. Eddy stützte sich häufig auf ihre Hilfe durch gebetvolle Unterstützung. 1913 unterrichtete sie die Lehrerbildungsklasse des Unterrichtsrats.

**Victoria H. Sargent

Victoria H. Sargent (1848–1930) wurde in Bowdoinham, Maine geboren. Sie lernte Mary Baker Eddy kennen, als diese im Mai 1884 Chicago besuchte. Sie studierte später bei Eddy und nahm Elementarunterricht (1884) und besuchte die Lehrerbildungsklasse (1886). Im September 1886 trat sie der Vereinigung Christlicher Wissenschaftler und im Dezember 1892 der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, bei. Nachdem sie die Lehrerbildungsklasse abgeschlossen hatte, widmete Sargent ihr Leben dem Heilen und Lehren der Christlichen Wissenschaft. Sie inserierte erstmals im November 1888 im Verzeichnis des Christian Science Journals.

***Almeda Pendleton

Almeda Pendleton (1834–1915) wurde in Penobscot, Maine geboren und starb in Everett, Washington. Sie war eine Schülerin Mary Baker Eddys, bei der sie Elementarunterricht nahm (1884) und die Lehrerbildungsklasse (1886) besuchte. Im Mai 1886 trat sie der Vereinigung Christlicher Wissenschaftler und am 1. April 1893 der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, in Boston bei. Pendleton war Praktikerin und Lehrerin der Christlichen Wissenschaft und inserierte im Christian Science Journal. Außerdem war sie Gründungsmitglied der ersten Zweigkirche der Christlichen Wissenschaft, Erster Kirche Christi, Wissenschaftler, Oconto, Wisconsin.

****Lovina Millidge

Lovina Millidge (1829–1910) wurde in Penobscot, Maine geboren und starb in Oconto, Wisconsin. Sie war eine Schülerin Mary Baker Eddys, bei der sie Elementarunterricht nahm (1884) und die Lehrerbildungsklasse (1886) besuchte. Im Mai 1886 trat sie der Vereinigung Christlicher Wissenschaftler und am 1. Juli 1893 der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, in Boston bei. Millidge war außerdem als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft im Verzeichnis des Christian Science Journals eingetragen; und sie war Gründungsmitglied der christlich-wissenschaftlichen Kirche in Oconto, deren Gebäude das erste war, das für Gottesdienste der Christlichen Wissenschaft errichtet wurde.

*****Libbie Beyer

Libbie Beyer (1848–1886) wurde in Wingerode, Deutschland geboren und starb in Oconto, Wisconsin. Beyer, eine Lehrerin, die in Oconto lebte, erhielt eine christlich-wissenschaftliche Behandlung von Fannie M. Silsbee, einer Schülerin Mary Baker Eddys. Nach der Behandlung war sie entschlossen, die Christliche Wissenschaft zu studieren und nahm 1884 am Elementarunterricht von Eddy teil. Nachdem sie von Eddy unterrichtet worden war, unterhielt sie eine Heilpraxis in Oconto und war Gründungsmitglied der Vereinigung Christlicher Wissenschaftler in Oconto. Es gibt keinen Nachweis, dass sie der Vereinigung Christlicher Wissenschaftler oder der Kirche Christi (Wissenschaftler) beigetreten ist.

Kommentierte Dokumente im Original auf der Mary Baker Eddy Papers Website (Website nur auf Englisch):


Die Website Mary Baker Eddy Papers ist ein intensives Unterfangen der Mary Baker Eddy Bibliothek, Mary Baker Eddys Korrespondenz, Predigten und andere Manuskriptmaterialien zu kommentieren und digital zu veröffentlichen.

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  1. Siehe Johannes 14:16 und Johannes 16:12–15.
  2. Siehe Johannes 14:11.
  3. Der Sache der Christlichen Wissenschaft.