Aus den Sammlungen: Kochen mit Minnie Weygandt

3. November 2026

Image description: Photograph of a brown leather-bound cookbook

The Young Housekeeper’s Friend [Das Handbuch für junge Haushälterinnen] (Boston: Thompson, Brown & Co.) n.d. B00152.

(Aktualisiert am 16. November 2025)

Von 1899 bis 1907 arbeitete Minnie Weygandt als Hausangestellte bei Mary Baker Eddy in Pleasant View in Concord, New Hampshire. Auch wenn sie mit Hilfe ihrer Schwester Mary Weygandt einige häusliche Aufgaben erledigte, so widmete sie doch den größten Teil ihrer Zeit der Zubereitung von Mahlzeiten sowohl für Eddy als auch für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Minnie Weygandt auf der Veranda in Pleasant View, o. D. P01779; The Young Housekeeper’s Friend [Das Handbuch für junge Haushälterinnen], mit einer Inschrift von Mary Baker Eddy versehen. B00152.

Bei ihrer Ankunft brachte Weygandt alle ihre Kochbücher mit. Darunter befand sich The Young Housekeeper’s Friend [Das Handbuch für junge Haushälterinnen], das erstmals 1845 erschienen war. Eddy hatte genau dieses Kochbuch benutzt, als sie noch selbst ihren Haushalt führte, möglicherweise während ihrer Zeit in Lynn, Massachusetts. Eines Tages erbat sich Eddy das Buch und brachte es eine kurze Zeit später wieder hinunter in die Küche. Sie hatte ein paar Seiten markiert und auf das Vorsatzblatt geschrieben: „In meinem Haushalt soll nach diesem Kochbuch gekocht werden. M.B.G. Eddy“.1

Weygandt begann am Ostersonntag, dem 15. April 1900, die von ihr servierten Mahlzeiten in einem Notizbuch festzuhalten. Dies führte sie den Rest des Jahres und bis ins Jahr 1901 hinein fort. Auf diese Weise konnte sie gut den Überblick über die Menüs behalten, damit es nicht zu viele Wiederholungen gab, und es bietet eine faszinierende Lektüre.

Danksagungsmenü bei Eddy zu Hause, 29. November 1900. Subject File, Eddy, Mary Baker – Mahlzeiten von.

Eine der in Weygandts Notizbuch festgehaltenen Mahlzeiten war die für den Danksagungstag, den 29. November 1900. Das Festmahl an diesem Nachmittag bot eine vielfältige Auswahl, wie beispielsweise:

Falsche Hummercremesuppe; Sellerie; eingelegte Gurken; gebratenen Rhode-Island-Truthahn; Cranberrysauce und Cranberrygelee; weiße Kartoffeln und Süßkartoffeln; gedämpften Kürbis; gekochte Zwiebeln; Pastete mit Früchte- und Zitronenfüllung; Plumpudding; Frucht- und Mandelkuchen; eine Auswahl an Obst und Nüssen; sowie selbstgemachte Süßwaren.2

An Feiertagen und zu anderen besonderen Anlässen, etwa bei Besuch oder wenn Schülerinnen und Schüler nach Pleasant View kamen, wurden die Mahlzeiten manchmal von Eddy geplant. Auch hatte sie Lieblingsspeisen, wie zum Beispiel einen traditionellen Eintopf aus New England (bestehend aus Corned Beef oder Schinken mit Gemüse, wie beispielsweise Kartoffeln, Pastinaken, Karotten und Zwiebeln); Zwiebelsalat mit Essig und Zucker; gesalzene Rippchen; Limonade (besonders nach Eddys Kutschfahrten); Austernsuppe; Orangen mit Maisbrei; Venusmuscheln in Rahmsoße (fein gehackte, gekochte Venusmuscheln mit Sahne oder Milch, Ei und Gewürzen, serviert auf Toast auf einer Platte); Süßwaren und Eiscreme.

Die Menüs in Pleasant View waren reichhaltig und abwechslungsreich. In diesem Zusammenhang erinnerte sich Weygandt folgendermaßen:

Es bestand für niemanden in diesem Haus ein Grund, Hunger zu leiden, denn es gab immer reichlich ausgezeichnetes Essen, das in großzügigen Portionen und einer für die damalige Zeit größtmöglichen Vielfalt angeboten wurde. Oft gab es eine Auswahl an Fleischgerichten, immer mehrere Gemüsesorten und zwei oder drei verschiedene Desserts, sodass jede Person mit Sicherheit etwas fand, das ihr oder ihm schmecken würde.3


Minnie Weygandt und der neue Herd in Pleasant View, ca. 1906. P06301.1; Minnie Weygandt in der Küche in Pleasant View, neben dem Spülbecken stehend, o. D. P01778.


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  1. Minnie B. Weygandt, „Reminiscences of Miss Minnie Bell Weygandt and of Miss Mary Ellen Weygandt“ [Erinnerungen von Miss Minnie Bell Weygandt und von Miss Mary Ellen Weygandt], o. D., 30–31.
  2. Weygandt, Erinnerung, 35–36.
  3. Weygandt, Erinnerung, 34.